Moin, moin liebe TennisFans

Moin, moin liebe TennisFans,

vor 13 Jahren erschien die erste Ausgabe des TennisFan im Bezirk West des TV SH, nicht ganz so umfangreich und verbreitet wie heute, aber es war der Startschuss dieses Magazins, das es sich zum Ziel gesetzt hat, regionales Tennis ein wenig mehr an die Öffentlichkeit zu bringen und gleichzeitig den Vereinen die Gelegenheit zu bieten, ihre Aktivitäten über die Vereinsgrenzen hinweg vorzustellen. Zwölf Jahre TennisFan mit insgesamt 40 Ausgaben. Und nun bereits die 45.te, also die „Fünfte Neue“, in allen vier Bezirken, von Sylt nach Lübeck und von Pinneberg nach Flensburg.

Zuallererst, um Missverständliches für diejenigen zu vermeiden, die den TennisFan bisher immer noch nicht kennen: Die Zeitschrift erscheint im gesamten Verbandsbereich, ist aber ein rundum vereins- bzw. verbandsunabhängiges, überwiegend total subjektiv geschriebenes Magazin. Es ist wieder viel passiert in den vergangenen Monaten, was sich an den Vereinsberichten in der aktuellen April Ausgabe, aber auch sonstigen Aktivitäten in unserem neuen Verbreitungsgebiet wiederspiegelt.

Hier nun das Editorial der aktuellen Ausgabe:

Moin, moin liebe TennisFans,

habt Ihr Euch eventuell gefragt, was denn diesmal für ein merkwürdiger oder besser ungewöhnlicher Titel diese Ausgabe ziert? Die Auflösung ist im Grunde ganz einfach. Die Linien, wie von einem französischen Expressionisten in seiner klarsten Schaffensphase gemalt, sind schlicht und einfach der nachempfundene Matchball der letztjährigen German Open am Hamburger Rothenbaum. Nicolas Basilashvili schlug, wie hoffentlich noch allen in Erinnerung, den zweimaligen German Open Sieger Leonardo Mayer in drei knappen Sätzen und machte dabei den entscheidenden letzten Punkt, natürlich, was sonst. Ganz klar zu sehen, von oben geht es los: Basilashvili schlägt auf, Mayer retourniert, der Russe spielt auf die Vorhand des Argentiniers und der verzieht diese cross ins Aus. Dieser Ballwechsel wurde jetzt zu höheren Ehren in Gestalt des Logos der „neuen“ Hamburg Open erkoren. Da wollen wir alle hoffen, dass der diesjährige Matchball kein Ass bzw. Doppelfehler wird. Sonst könnte das Logo der Hamburg Open 2020 auch von einem Erstklässler „gemalt“ werden, wobei, nichts gegen Erstklässler. Auf jeden Fall hat die Kreativabteilung sich Gedanken gemacht.

Sandra Reichel, die neue Turnierdirektorin der alten German und nun neuen Hamburg Open, stellte im Hamburger Rathaus zusammen mit ihrem Vater Peter Michael ‒ neben dem Logo ‒ den kommenden Rothenbaum vor. In ihrer Vita ist zu lesen, dass sie keine Newcomerin im Turniergeschäft ist. In der Vergangenheit organisierte sie bereits die WTA Damen-Events von Linz, Nürnberg, Bad Gastein, Wien und Barcelona. Ihr Vater sitzt seit 2001 im Board of Directors der WTA. Das lässt hoffen, dass neben den Herren ein WTA Turnier, vielleicht sogar mit unseren norddeutschen Stars, Kerber, Görges und Barthel, in nicht mehr allzu weiter Ferne wahr wird. Also Familie Reichel, ich freue mich, dass es weiter geht am Rothenbaum. Und da sie bereits angekündigt haben, dass einiges verändert werden wird, passt die für mich mit Abstand bedeutendste österreichische Lebenserfahrung: „Aufgwärmt is nua a Gulasch guat“.

Den TV SH „Hauptartikel“ bzw. auf Neudeutsch „Main Article“ dieser Ausgabe findet Ihr ab Seite 40. Thema: Profitennis, früher-heute. Im Leistungszentrum in Wahlstedt trainieren seit Jahrenden die Nachwuchstalente des Verbandes mit dem Ziel, erfolgreich die Profilaufbahn einzuschlagen. Angelique Kerber, Julia Görges und Mona Barthel machen vor, wie es geht und ihre jungen „Nachfolger/innen“ haben die Hoffnung, auch schnell dort oben zu landen. Zurzeit ist aber niemand in Sicht, „wenigstens“ die TOP 500 der ATP/WTA Weltranglisten zu knacken. Ich habe mich gefragt, war es früher so viel einfacher dort oben zu landen oder gibt es einfach nur die jeweiligen „Pausen“ nach erfolgreichen Jahren? Zwei, die wissen wo’s lang ging und noch geht, Tore und sein Bruder Björn Meinecke aus Quickborn, waren in den 80er Jahren auf der ATP Tour unterwegs, Tore als Spieler und Björn als sein Coach und Manager. Hätte Tore heutzutage Chancen, wieder ganz oben mitzuspielen? Er spielte sich bis auf den ATP Weltranglistenplatz 46 vor, als ein schlimmer Unfall während des Turniers in Clermond-Ferrand seine Karriere bereits mit 21 Jahren beendete. Beide glauben fest, dass die damaligen Spitzenspieler auch heute ganz oben mit dabei wären, natürlich nicht mit einem Schlägermaterial a la Donnay Björn Borg oder einem Dunlop Maxply. Laut Björn würde es im TV SH Talente geben, die es schaffen könnten, in die Fußstapfen der letzten schleswig-holsteinischen TOP 100 Spieler Tobias Kamke und Julian Resiter zu treten. Die Erfolge von Angelique Kerber, Julia Görges und Mona Barthel zu erreichen, wird natürlich ungleich schwerer.

Ich freue mich auf eine für alle verletzungsfreie Sandplatzsaison, auch wenn ich selbst bereits verletzt bin.

Thies Röpcke

Redaktionsschluss der kommenden Juli Ausgabe ist der 15.6. 2019. Bis dahin nehmen wir eure Artikel incl. Fotos entgegen.